top of page
Open Site Navigation

Warum brauche ich als Ferienunterkunft eine eigene Website?

Aktualisiert: 25. Okt. 2022

Interview mit Helen Kuckling, Gründerin HK Language Services und Expertin für Hotelmarketing


Liebe Helen,


ich freue mich sehr auf unser Gespräch zum Thema Website und Hotelmarketing. Du bist seit 2019 mit HK Language Services selbständig als Übersetzerin und Texterin und unterstützt Gastgeber*innen von Ferienunterkünften. Dabei hast du dich vor allem auf Hotelmarketing für besondere Unterkünfte wie Ferienwohnungen, Bed & Breakfasts und Boutique-Hotels spezialisiert. Neben deiner langjährigen Marketingerfahrung bringst du Deutsch und Englisch als Muttersprachen sowie eine große Leidenschaft fürs Reisen mit. Somit bist du perfekt aufgestellt, um Gastgeber*innen in puncto Marketing zu unterstützen. Los geht's mit dem Interview!


Warum rätst du deinen Kund*innen, für ihre Unterkunft eine eigene Website zu betreiben?


Eine eigene Website ist die virtuelle Türschwelle zur Unterkunft. Sie ist rund um die Uhr für potentielle Gäste auf der ganzen Welt verfügbar und ist die perfekte Möglichkeit, zufällige Websitebesucher*innen auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft zu ihrem nächsten wohlverdienten Urlaub zu inspirieren. Darüber hinaus ist eine eigene Website ein kostenloser Vertriebskanal. Einmal online ist eine eigene Website für die Unterkunft der Schlüssel zu höheren Erträgen und Unabhängigkeit, da die darüber getätigten Direktbuchungen zu 100 % kommissionsfrei sind. Darum sollte die Website auch als Dreh- und Angelpunkt im Marketing-Mix angesehen werden. Alle Marketingaktivitäten sollten darauf ausgerichtet sein, seine Wunschgäste weg von den Buchungsportalen und hin zur Website zu bringen, um dort direkt die Buchung zu tätigen. Mit einer eigenen Website für die Unterkunft behält der/die Gastgeber*in vor allen Dingen die Kontrolle über die Ferienvermietung. Er/Sie entscheidet selbst darüber, wer sich dadurch angesprochen fühlen soll – im Idealfall sind das die zuvor definierten Lieblingsgäste. Zudem können auch eigene Buchungs- und Stornierungsbedingungen und individuelle Pakete und Angebote kommuniziert werden.



Reicht es nicht, die Unterkunft auf den gängigen Buchungsportalen für Ferienunterkünfte zu vermarkten?


Sehnsuchtsort Ferienwohnung - die Vermieter zahlen hohe Kommissionen an die großen Buchungsplattformen
Sehnsuchtsort Ferienwohnung - die Vermieter*innen zahlen hohe Kommissionen an die Buchungsplattformen

Sehnsuchtsort Ferienwohnung - die Vermieter*innen zahlen hohe Kommissionen an die großen Buchungsplattformen. Heutzutage ist der erste Griff entweder zur Maus oder zum Smartphone, wenn wir uns über ein bestimmtes Thema informieren wollen. Das ist bei der Urlaubsvorbereitung nicht anders. Wenn es darum geht, den Urlaub zu planen, schauen wir zunächst ins Internet. Wir informieren uns über Destinationen, Sehenswürdigkeiten, Strände, die Reise dorthin und natürlich auch über mögliche Unterkünfte. Und wenn wir nach einer Unterkunft suchen, wird vor allem eins deutlich: die große Präsenz der großen Buchungsportale (den OTAs: Online Travel Agencies) in Suchmaschinen und Medien. Durch ihre Marktkraft gepaart mit einem riesengroßen Bauchladen an Unterkünften, kommen die meisten Urlauber*innen verständlicherweise gar nicht erst auf die Idee, sich alternativ nach einer Unterkunft umzuschauen. Als Gastgeber*in hingegen liegt es da nahe, seine Unterkunft ebenfalls dort zu listen. Und es kommen über die Buchungsplattformen ja auch Gäste. Allerdings zu einem hohen Preis: 12- 15% Kommission für jede über die Buchungsplattform getätigte Buchung sind keine Seltenheit. Mit der reinen Vermarktung auf OTAs geht neben dem Geld für Kommissionszahlungen ein für die/den Gastgeber*in weiteres ganz wichtiges Kapital verloren: Der Aufbau einer Kundenbeziehung und die Möglichkeit der Beziehungspflege, sowohl zu neuen als auch zu ehemaligen Gästen. Denn buchen die Gäste über eine Buchungsplattform, hat die Plattform zum einen die Hoheit über die Daten und zum anderen kommuniziert auch sie allein mit den Gästen. Was der Plattform ermöglicht, unter anderem eigene, zusätzliche Deals zu vermarkten. Worauf wiederum z. T. zusätzliche Kommission fällig wird. Ich rate Ferienvermieter*innen also aus dem Grunde zu einer eigenen Website, damit sie sich langfristig von den Buchungsportalen emanzipieren, um Kommissionszahlungen zu sparen UND eine Beziehung zu ihren Wunschgästen aufzubauen, die gerne wiederkommen.